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(16) Der blinde, und doch: genaue Historiker

(16) Der blinde, und doch: genaue Historiker

38m 24s

Was ist ein Amanuensis? Der Historiker, Medien- und Kulturwissenschaftler Mario Wimmer erklärt, wie es dem bekanntesten Historiker des 19. Jahrhunderts möglich war, mit den Händen und Augen seiner Hilfsassistenten zu arbeiten. Daran schliessen sich Fragen nach geistigem Eigentum und intellektueller Arbeit an, die nicht zuletzt in unserer Gegenwart computergestützter Textproduktion neue Relevanz erlangen.

(15) Die Vermessung der Wälder

(15) Die Vermessung der Wälder

25m 33s

Wie bewerteten Forstwissenschaftler des 19. Jahrhunderts Waldnutzungspraktiken im Hinblick auf Nachhaltigkeit? Die Medienkulturwissenschaftlerin Lisa Cronjäger gibt einen Einblick in historische Techniken der Forsteinrichtung und ihre internationale Verbreitung. Das Ziel einer nachhaltigen Forstverwaltung, zukünftige Holzerträge genau berechnen zu können, ging mit sozialen Konflikten einher.

(14) Wenn der «Regisseur» ins Bild springt

(14) Wenn der «Regisseur» ins Bild springt

19m 12s

Was verraten die frühesten Schweizer Filme über ihre eigenen Entstehungsbedingungen? Eine ganze Menge, weil sie zwischen rigoroser Inszenierung und unvorhersehbaren Störungen operieren. Der Filmwissenschaftler David Bucheli erklärt, wie man diese 125-jährigen Aufnahmen als ihre eigenen Making-ofs lesen kann und warum der erste Filmregisseur der Schweiz in seinen eigenen Filmen zu entdecken ist.

(13) Geschichtsschreibung, digitalisiert - und wozu?

(13) Geschichtsschreibung, digitalisiert - und wozu?

30m 16s

Kann Geschichte berechnet werden? Macht der Computer historiographische Arbeit genauer? Darüber wurde in den 1960er Jahren in der Geschichtswissenschaft heftig debattiert. Antonia von Schöning spricht über eine umstrittene Studie, die mit computergestützten Verfahren eine Geschichte der Sklaverei unternimmt, und erklärt, warum wir digitale Quellenkritik brauchen.

(12) Wozu Pedanten

(12) Wozu Pedanten

34m 58s

Wenig gelitten und oft abschätzig beschrieben, zieht der Pedant für gewöhnlich keine grosse Sympathien auf sich. Umso wichtiger erscheint sein systemischer Stellenwert in der Produktion von Wissen, wo er an der Grenze zwischen etabliertem Kenntnisstand und innovativen Einsichten patroulliert, stets darauf bedacht, die Innovation als unliebsamen Eindringling in die gehegten Bezirke des gesicherten Wissens zurückzuweisen. Markus Krajewski lotet die erkenntnisstiftende ebenso wie die erkenntnishemmende Funktion der Pedanterie in der Geschichte der Wissenschaften aus einer historischen und systematischen Perspektive aus.

(11) Van Goghs Schuhe

(11) Van Goghs Schuhe

32m 25s

Genauigkeit ist eng mit der Geschichte der Bilder verbunden: sowohl in der Wiedergabe von Gegenständen wie auch als Eigenschaft von künstlerischen Mitteln wie feinen Linien, polierten Oberflächen oder farbtreuen Monitoren. Welche Bedeutung aber hat die Genauigkeit für die Kunst der Moderne, die als Ausdruck von Subjektivität verstanden werden möchte? Sie ist einer «Genauigkeit der Einbildungskraft» verpflichtet, die zum Einspruch gegen die Schlampigkeit der Tradition, zur ernsthaften Prüfung der eigenen Mittel und zur Selbstkorrektur in der Selbsterkundigung ermuntert. Sie führt aber auch über die subjektive Dimension hinaus zu den Techniken und Prozessen, die die moderne Kunst mit der Mediengeschichte verbinden.

(10) Spuren von Korrekturen

(10) Spuren von Korrekturen

27m 56s

Warum lässt ein Künstler die Spuren seiner Korrekturen (sogenannte „Pentimenti“) im finalen Zustand eines Gemäldes sichtbar? Die Kunsthistorikerin Larissa Dätwyler geht der ursprünglichen Bedeutung solcher „Reuezüge“ nach und erklärt anhand der Überarbeitungsverfahren des Malers Henri Matisse, wie Pentimenti sowohl zur präzisen Selbstbeobachtung als auch zur rhetorischen Beweisführung dienen.

(9) Zufall in der Genauigkeit

(9) Zufall in der Genauigkeit

29m 8s

Wie könnte ein künstlerischer Urmeter aussehen und was würde es abmessen? Die Kunsthistorikerin Aurea Klarskov spricht über Marcel Duchamps künstlerisches Experiment mit drei geschwungenen, vom Zufall geformten Metermassen. Diese Arbeit, die Trois Stoppages Étalon, ist die ironische, aber künstlerisch ernst gemeinte Antwort auf das Urmeter.

(8) Kunst - ein genauer Prozess (manchmal)

(8) Kunst - ein genauer Prozess (manchmal)

21m 15s

Einleitende Gedanken zum Verhältnis von Genauigkeit und Kunst, insbesondere in der Malerei, mit einem besonderen Fokus auf die Bedeutung des künstlerischen Prozesses bei der Entstehung eines Kunstwerkes, und wie dieser auch dokumentiert wird, mit Ralph Ubl, Professor für Kunstgeschichte, und den Kunsthistorikerinnen Aurea Klarskov und Larissa Dätwyler.

(7) Genau dokumentiert, aber wozu

(7) Genau dokumentiert, aber wozu

45m 47s

Über die Frage, was ein Text genau bedeutet, lässt sich bekanntlich gut streiten. Doch was passiert, wenn Autorinnen und Autoren im 20. Jahrhundert selbst ihre Texte erklären und ihre Interpretationen mit Arbeitsmaterialien aus der eigenen Schublade dokumentieren? Lucas Knierzinger spricht über die Entwicklung solch dokumentarischer Verfahren, ihre unterschiedlichen Formate, ihren ästhetischen Reiz und geht der Frage nach, warum Peter Weiss seine Notizbücher publiziert, Bertolt Brecht seine Theaterstücke abfotografieren lässt und Heiner Müller gar nicht ungerne Interviews gibt.